Archiv der Kategorie 'Literatur'

Interview mit Rupert Neudeck von Cap Anamur

Eins-zu-Eins – Bayern 2 – 1.6.2016

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Text von Bayern 2:
Das Thema Flucht zog sich schon immer durch sein Leben: Im August 1979 stach Rupert Neudeck erstmals mit der Cap Anamur in See. Seine Mission: Die Rettung der vietnamesischen „boat People“. Am Dienstagmorgen, den 31. Mai 2016, ist Rupert Neudeck an den Folgen einer Herzoperation gestorben.

Uwe Dick – Sauwaldprosa

Hörspielpool – Bayern 2

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Text vom HörspielPool:

Die Sauwaldprosa von Uwe Dick erschien erstmals 1976 und wurde in den folgenden Jahren in sechs weiteren Ausgaben als work in progress vom Autor ständig erweitert und ausgebaut. Das Wortwurzelwerk eines poetischen Rebellen wider alle Hierarchien – Dichtung des Zorns und Lachstaunen, Grobiansidiotikon und subtile Wortkunst – speist eine Waldkabbala, deren Magischer Surrealismus das Innviertel zum Inniversum potenziert. Uwe Dick steht für Sprache, nicht für Schreibe. Er glaubt an die Optimierung des Denkens durch Witz, sucht und erreicht – stets auf der Lauer nach dem Unvorhersehbaren – die Radikalisierung des Augenblicks, und denkt – bildmächtig von kindauf – in Stimmen. Insofern ist das Radio der ideale Raum für seine unverwechselbaren AudioVisionen. Dass die Sauwaldprosa so gut wie alle literarischen Genres – Roman, Essay, Krimi, Märchen, Reportage, Stachelrede, Poly-, Dia- und Monolog, Brief, Tag- und Nachtbuch, Epigramm pp. – vereinigt, ist eine Konsequenz der Maxime: „Vielfalt statt Einfalt, bitte!“ Wem das – im Hörspiel wie im Buche – „zu viel“ ist, dem gilt Uwe Dicks Zärtlichkeit: „Jeder ist seines Glückes Hufeisen am eigenen Kopf“. Auch: „Die wenigsten kommen blöde zur Welt. Sie werdens dann nur. Aus Bequemlichkeit“.

Mit Marisa Burger, Uwe Dick, Peter Fricke, Eisi Gulp, Sophia Siebert, Hanns Zischler / Komposition: Gunnar Geisse / Regie: Michael Lentz / BR 2012 / Länge: 51’49

George Orwell: 1984

radioTexte – Bayern 2 – 22.11.14

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Text von radioTexte: Bildschirme, die gleichzeitig senden und aufzeichnen? Allgegenwärtige
Verkabelung, Dauerberieselung, Fernsteuerung? Wer heute „1984″ liest, entdeckt
neue Parallelen, neue Schnittmengen mit der Geschichte des Wynston Smith, der im
Ministerium für Wahrheit arbeitet und versucht, die Sprachregelungen und
totalitären Vorgaben des Systems zu unterlaufen, indem er ganz anachronistisch
ein Tagebuch führt.

Bruno Latour: Kosmokoloss. Eine Tragikomödie über das Klima und den Erdball

Hörspiel Pool – bayner 2 – 21.11.14

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Text vom Hörspiel Pool: Die Bewohner der Erde schlafen ruhig,
denn sie wissen kaum etwas über den Planeten, auf dem sie sich befinden. Sie
begreifen nicht, wie sehr das, was sie für den festen Rahmen ihrer Existenz
halten, ins Taumeln geraten ist. Sie weigern sich zu sehen, dass ihre Art, die
Erde zu bewohnen, zu einer ökologischen Krise geführt hat, die vielleicht nur
ein kleiner Teil der Menschheit überleben wird. „Kosmokoloss. Eine Tragikomödie
über das Klima und den Erdball“ thematisiert diese Kluft: die Diskrepanz
zwischen der Größe der Krise und der Fähigkeit der Menschen, sie wahrzunehmen
und zu verstehen. Die Kontroverse über den Zustand des Planeten entfaltet sich,
als die Erdbewohner aus ihren Träumen erwachen und sich auf den Weg zu einer
Baustelle machen, wo sich der Umriss einer riesigen Arche gegen den Himmel
abzeichnet: Gab es nicht schon immer feuchte Sommer und milde Winter? Oder haben
wir die Rückkoppelungsmechanismen der Erdoberfläche unwiderruflich
destabilisiert, und Gaia wird uns ertränken wie kleine Kätzchen? Wie sollen wir
mit den Monstern umgehen, die wir erschaffen haben? Warum kommt die
wissenschaftliche Debatte zu keinem Abschluss? Sollen wir auch ohne absolute
Gewissheit handeln? „Kosmokoloss“ zeigt die Welt des „Anthropozän“: eine Welt,
die von einer Spezies bewohnt und beschädigt wurde, die nun zusehen muss, wie
ihr drohendes Ende durch bunte PowerPoint-Präsentationen verkündet wird.
„Kosmokoloss“ ist das erste Theaterstück des französischen Philosophen und
Anthropologen Bruno Latour. Auf der Suche nach einer „neuen Eloquenz“ des
Politischen ist das Theater eine mögliche Form, um dem Missverhältnis zwischen
der Bedeutung der aktuellen Ereignisse und dem schmalen Repertoire der
Empfindungen und Gefühle, mit denen wir auf sie reagieren, zu begegnen. Die
französische Originalversion des Theaterstücks entstand 2011 in Zusammenarbeit
mit Frédérique Aït-Touati und Chloé Latour im Rahmen des Forschungs- und
Theaterprojekts „Gaïa Global Circus“.

Rainald Goetz: loslabern

radioTexte – Bayern 2 – 19.06.2014

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Text von radioTexte:
Loslabern über den Herbstempfang der FAZ in Berlin 2008. Eine Art monologisches Sprechen hebt an, es ist die Stimme des Autors, die zu
hören ist. Es ist die am Mikrofon stattfindende Wiederbegegnung bzw. Selbstkonfrontation mit dem eigenen, Monate zuvor entstandenen und mittlerweile ein Buchform vorliegenden Text, der seinen Anfang nimmt in der Beschreibung eines initiatorischen Moments, und zwar exakt des Moments, der von der Empfindung und Denkbewegung zur Schreibaktion führt.
„In einer Aufwallung von Direktheit und quasi sinnfreier Intentionalität hatte der Höllor, die Arme von sich werfend himmelwärts, ausgerufen: LOSLABERN: Traktat, Traktat über den Tod, über Wahn, Sex und Text, und, erheitert von diesem soeben durch ihn hindurchgefahrenen Expressivitätsereignis: Bericht!, der Herbst 2008!, dem davon Angestoßenen sofort stattgegeben und es geschehen lassen, dass da also LOSGELABERT würde, und dabei erzählt, wie ich, hier ja in Gestalt des Klagor noch, auf der Buchmesse 2008 bei Joachim Unseld auf dem Gang gestanden war, zu etwas vorgerückter Stunde schon, an dieser Ecke bei der Treppe, im Gespräch mit dem Schriftsteller Binswanger und dem Feuilletonredakteur Canetti, selbst schon etwas angetrunken, dadurch aber auch gesteigert animiert und verstärkt bei Sinnen, und wie es dort also zu diesen sofortistisch hochfahrenden Darlegungen über das LOSLABERN, eine entsprechend maximale Ethik der Schrift gekommen war, eine Moral des Schreibens, ich hatte in den Tagen zuvor diesbezüglich einige Notizen gemacht und war dadurch aktuell besonders besessen von diesen für mich verschiedene sehr existentielle Fragen lösenden Ideen, redete dadurch aber auch wie eingesperrt in diese Ideen daher, viel zu sehr gefesselt von ihnen, grotesk hysterifiziert durch sie“.
Es ist keine Autorenlesung, die im Studio aufgezeichnet wird. Aber auch kein dramatisches Sprechen, kein Inszenieren, kein verkünsteltes Adaptieren des LOSLABERN-Textes ins akustische Medium – und auch kein Hörspielmonolog. Die eigenen Interpretations- oder Rezitationsansätze des Autors und die im Studio gebotenen Möglichkeiten, in schmaler Differenz akustische Räume zu eröffnen, kennzeichnen das Konzept der Produktion LOSLABERN.

Leonhard Frank: Ein Kellner zieht zu Felde gegen den Krieg

radioTexte – Bayern 2 – 10.08.14

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Text von radioTexte:
Eigentlich ist Robert der unscheinbare Kellner eines Hotelrestaurants. Als er
Vater eines Jungen wird, dreht sich alles nur noch um Kinderzimmer und
Kinderspielzeug – Trommeln, Säbel, Schießgewehrchen. Alle Hoffnung wird auf den
Jungen projiziert. Er soll es einmal besser haben als die Eltern. 1914 kommt der
Krieg, der Sohn wird Soldat, und der Vater fragt sich verzweifelt, ob er versagt
hat. – In einem Kaffeehaus hatte Leonhard Frank 1916 die Idee zur Geschichte des
Kellners, die in einer großen Rede für den Frieden mündet und deutlich
expressionistische Züge trägt. Leonhard Frank war Pazifist, Sozialist und bei
der Revolution 1918 Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates in München. Ein
Schreinersohn aus Würzburg, ein „verbrannter Dichter“ 1933, der ins
amerikanische Exil ging und nach dem Krieg wieder in München lebte. Peter Fricke
liest die Antikriegsnovelle „Der Kellner“ von Leonhard Frank im Jahr 2014, 100
Jahre nach Ausbruch des 1.Weltkriegs.

Rainald Goetz: Johann Holtrop

Hörspiel Pool – Bayern 2 – 12.10.13

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Text vom Hörspiel Pool:
Ein Chef stürzt ab. „Johann Hotrop“ erzählt die Geschichte eines Chefs aus Deutschland in den Nullerjahren. Der charismatische, schnelle, erfolgreiche Vorstandsvorsitzende Dr. Johann Holtrop, 48, seit drei Jahren Herr über 80.000 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von fast 20 Milliarden weltweit, ist aus der Boomzeit der späten 90er Jahre noch ganz gut in die neuen, turbulenten, wirtschaftlich schwierigeren Zeiten gekommen. Die Handlung setzt ein im November 2001 und erzählt in drei Teilen, wie im Laufe der Nullerjahre aus Egomanie und mit den Widerständen wachsender Weltmissachtung, der Verachtung der Arbeit, der Menschen, der Gegenwart und des Rechts, ganz langsam und für Holtrop selber nie richtig klar erkennbar, ein totaler Absturz ins wirtschaftliche Aus, das persönliche Desaster und das gesellschaftliche Nichts wird, so abgrundtief und endgültig, wie sein früherer Aufstieg unwiderstehlich, glorios und plötzlich gewesen war. Das war Ihr Leben, Johann Holtrop! Was sagen Sie dazu? / Mit Rainald Goetz

Holy Shit – Fluchen mit Rolf-Bernhard Essig

Radio T Chemnitz – 6.11.13

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Text von Radio T:
Interview mit dem Sprachwissenschaftler und Autor Rolf-Bernhard Essig zum schönen Fluchen.

„Der Trost von Telefonzellen“: Der Nürnberger Schriftsteller Joshua Groß im Interview

Zündfunk Interview – Bayern 2 – 4.12.13

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Text von Zündfunk:
„Der Trost von Telefonzellen“, das ist es, was den ersten Roman des jungen Nürnberger Schriftstellers Joshua Groß mit den Fotografien von Philippe Gerlach verbindet. Der Zündfunk hat mit Groß über sein Buch und den Einfluss der Popkultur gesprochen.

Elfriede Jelinek: Rechnitz

Hörspiel Pool – Bayern 2

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Text vom Hörspiel Pool:
Am 24. März 1945, dem Samstag vor Palmsonntag, treffen in Rechnitz etwa 200 vornehmlich jüdische Gefangene ein, die aufgrund ihres Erschöpfungs- oder Krankheitszustandes nicht mehr zu Zwangsarbeiten herangezogen werden können. Auf dem nahegelegenen Schloss Rechnitz veranstalten Graf Ivan von Batthyány und seine Frau Margit, geborene Thyssen-Bornemisza, an diesem Abend ein Gefolgschaftsfest für die örtlichen Nazi-Führung. Gegen 23 Uhr rekrutiert der Ortsgruppenleiter Franz Podezin eine 14- oder 15-köpfige Gruppe unter den Festteilnehmern zur Liquidierung der arbeitsunfähigen Gefangenen. Kaum zwei Stunden ist die Gruppe vom Fest abwesend, dann kehrt sie von ihrer Tat zurück und feiert mit den anderen Gästen bis in die frühen Morgenstunden weiter. Keine vier Tage später wird Rechnitz von der Roten Armee eingenommen. Von den Teilnehmern an der Massenhinrichtung werden später lediglich zwei zu einer kurzen Haftstrafe verurteilt, alle anderen können sich entweder durch Flucht einer Verurteilung entziehen, oder werden, wie der Graf und die Gräfin, niemals belangt. Bis heute sind die Überreste der Ermordeten verschwunden.

Thomas Wolfe: Oktoberfest – Munich almost killed me

radioTexte – Bayern 2 – 17.9.13

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Text von radioTexte:
„München hat mich beinahe umgebracht“, schrieb der Bier- und Blondinenfreund und Autor Thomas Wolfe 1928. Sein Besuch des legendären Oktoberfests endete mit einer gebrochenen Nase. Ein Bericht über Festbier, Tracht und Prügel, gelesen von Udo Wachtveitl Der bekennende Blondinen- und Bierfreund Thomas Wolfe besuchte 1926 die Wiesn und war von München und der Liberalitas bavariae tief beeindruckt. Ein Jahr später besuchte der amerikanische Nobelpreisträger und Bonvivant erneut die bayerische Biermetropole und das Oktoberfest. Doch dieses Mal blieb es auf der Festwiese nicht nur bei der von ihm so geschätzten Bierseligkeit.

Interview mit dem Autor und Anarchisten Ilija Trojanow

Radio Helsinki Graz – 21.3.13

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Text von Radio Helsinki:
Ilija Trojanow (Autor von „Der Weltensammler“) im Interview mit Radio Helsinki. Ein Gespräch darüber, wie man am besten recherchiert (bis min 5), welche unterschiedlichen Zugänge zum Anarchismus es gibt und warum hierarchiefreies Leben anstrebbar ist.

Carl von Ossietzky – Publizist, Pazifist, Republikaner, Demokrat

radioWissen – Bayern 2 – 3.12.12

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Text von radioWissen:
Carl von Ossietzky, Friedensnobelpreisträger von 1935, war deutscher Pazifist und Publizist. In der Weimarer Republik wurde er als Herausgeber der Berliner bürgerlich-linksliberalen Wochenschrift „Die Weltbühne“ bekannt. Der Journalist stritt gegen die militaristisch-nationalistische Tradition des Kaiserreichs.

Erich Mühsam – „Das Leben schreit!“

radioWissen – Bayern 2 – 8.1.12

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Text von radioWissen:
Erich Mühsam – der „Schwabinger Kaffeehausliterat“ mit scharfem Verstand und ausschweifendem Liebesleben. In die Geschichte eingegangen aber ist Mühsam vor allem als Vertreter der Münchner Räterepublik und – als eines der ersten Opfer in einem nationalsozialistischen Konzentrationslager.

Der Spott – Eine gefährliche Waffe

radioWissen – Bayern 2 – 4.1.12

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Text von radioWissen:
Grob und derb wird der Gegner und das, was ihm lieb ist, lächerlich gemacht – seine Person, seine Leistungen, seine Wertvorstellungen. Aber auch fein und hintergründig wird gespottet – bei Dichtern und Denkern wie Heine und Nietzsche.

Harry Rowohlt, Schriftsteller und Übersetzer

Eins zu Eins – Der Talk – Bayern 2 – 8.1.12

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Text von Eins zu Eins:
Harry Rowohlt gilt derzeit als einer der kompetentesten und begnadetsten Rezitatoren komischer Texte. Seine Lesungen, von ihm „Schausaufen mit Betonung“ genannt, gelten als legendär. Seine Neuübersetzung und Lesung von Winnie the Pooh machte seine Stimme auch in Deutschland bekannt.

Uwe Dick: „Ich schreibe um mich selbst zu überraschen“

Hörspiel Pool – Bayern 2 – 23.9.12

hier abhörbar

Uwe Dick steht für Denklust und sprachliche Schnellkraft. Viele seiner Wortschöpfungen – ob »Konsumwichtl«, »Synthetikbimbo« oder »Keandlbuddhist« – sind bereits Allgemeingut; der Mundfunk verbreitet seine Quintessenzen. Auch diese: »A Quintessenz is a Essenz, de ma quint, wemma lang gnua nochdenkt.« Oder: »Verklemmte lachen nicht. Sie licheln. Wenns hoch kommt, schaffen sie ein Löcheln.«

Dem Bürgerrechtler »Im Namen des Baumes/ und seines eingeborenen Sohnes,/ des Buntspechts« ist Poesie eine Lebensweise, nicht aber, wie für so manche, ein schöngeistiges Alibi im Produktionskrieg wider die Natur. Nein, sie ist »Nervenkunst, Unberechenbarkeit, Revolte gegen Todesindustrie, Amokwirtschaft, Regierungskriminalität, duckdeutsches Ja-und-Amen«.

Die Wortkonzentrate des »Sozial-Brachylogen« verstehen die meisten gut, aber oft nicht gern. Der Beziehungs- und Anspielungsreichtum seiner Notate, ihre dialektische Vernetzung (Schrift-Fallen-Stellerei), die Wechsel von affekthaltigen und bildhaften Figuren, überraschende Bewegungskurven durch Spruch und Widerspruch, »Vokabelargwohn anzuregen«, suchen den hellwachen Hörer und konzentrierten Leser. Die aber sind rar im allmächtigen Unterhaltungsfaschismus, der auf Zerstörung (von Bedenken) abzielt, auf kollektive Amnesie, Volksverblödung; die »Romanufaktur von Kiloware« nicht ausgenommen: »Legos statt Logos«, gedruckte Konversation pp.

Während die literarischen Türhüter Uwe Dicks Bücher jahrzehntelang unterschlugen, gewannen seine Rezitals ein beträchtliches Publikum. Aber unbeirrbar – auch im Erfolg – drängt er aufs »verläßliche Wort«, dem die Tat entspricht: Biographie statt Karriere. Solche Authentizität schafft soziale Bindungen, »kann herausführen aus der sogenannten »Identitätskrise«, jener vielbequatschten Ausrede für jedermann, vom saturierten Doppelkinnhead obenauf … bis zum uniformierten Mob im staatlichen Ehrenschmutz.«

»Ich bin Monarchist. Es lebe der Zaunkönig!« Dieses Nein mit Witz und Galle weiß, daß es weder mehrheitsfähig, noch lukrativ ist. Doch welche poetische Qualität ihm zuwächst, das zeigen alle Komprimate und zahlreiche Tondokumente.

Interview mit Nautilus-Verleger Lutz Schulenburg

Zwischentöne – Deutschlandfunk – 30.9.12

Teil 1

Teil 2

Text von Zwischentöne:
Der Verleger Lutz Schulenburg gründete vor bald 40 Jahren zusammen mit Hanna Mittelstädt und Pierre Gallissaires die Edition Nautilus. Dort erscheinen politische Sachbücher neben aussergewöhnlicher Belletristik. Nach der Devise „Ein Gedicht kann genauso revolutionär sein wie ein theoretischer Text“ werden bei Nautilus u. a. Schriften der Dadaisten, Surrealisten und Anarchisten verlegt.

Bonsels: Die Biene Maja

radioTexte – Bayern2 – 5.5.12

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Beschreibung von RadioTexte:
Sie ist eben nicht als nette Zeichentrickfigur auf die Welt gekommen, sondern viel zickiger und viel älter, als mancher so denkt: 100 Jahre wird Waldemar Bonsels „Biene Maya“, das berühmteste Insekt der Literaturgeschichte. Schnippisch, durchaus eitel, manchmal naiv fliegt sie durch ihre Welt, und Geschöpfe wie der Mistkäfer Kurt, der sich gerne als Rosenkäfer ausgibt und ungerührt halbe Regenwürmer verspeist, oder die unglaublich egonzentrische Fliege Puck, die meint, ihren Menschen gezähmt zu haben, halten Lesern und Hörern jeden Alters heute und gestern den Spiegel vor.

Helmut Qualtinger – Der Virtuose des Unbehagens

radioWissen – Bayern 2 – 8.5.12

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Text von radioWissen:
Helmut Qualtinger gilt als Wiener Original – war gallig-bissiger Kabarettist, Volkskritiker, Schauspieler, Autor und Sänger. In den 1970er Jahren gastierte er mit Lesungen eigener und fremder Texte. Als Schauspieler brillierte er auch in der Verfilmung von Ecos „Der Name der Rose“.




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