Archiv der Kategorie 'Kraut, Viecher, der Planet und wir'

Interviews on Human-Nature-Relationship

For the ones who are interested in human-animal-relations, natureculture-discourse and related topics, I want to draw your attention to a serious of interviews done by the „New books in Anthropology“-Podcast-Series.

Four key-writers gave one-hour-interviews on their latest books. All of them made me think a lot and gave me great new impulses.

Anna Tsing: The Mushroom at the end of the world – On the possibility of life in capitalist ruins

Thom van Dooren: Flight Ways – Live and loss at the edge of extinction

Eduardo Kohn: How forests think – Toward an anthropology beyond the human

Eben Kirksey: The multispecies salon

Hope you are all well.

Uwe Dick – Sauwaldprosa

Hörspielpool – Bayern 2

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Text vom HörspielPool:

Die Sauwaldprosa von Uwe Dick erschien erstmals 1976 und wurde in den folgenden Jahren in sechs weiteren Ausgaben als work in progress vom Autor ständig erweitert und ausgebaut. Das Wortwurzelwerk eines poetischen Rebellen wider alle Hierarchien – Dichtung des Zorns und Lachstaunen, Grobiansidiotikon und subtile Wortkunst – speist eine Waldkabbala, deren Magischer Surrealismus das Innviertel zum Inniversum potenziert. Uwe Dick steht für Sprache, nicht für Schreibe. Er glaubt an die Optimierung des Denkens durch Witz, sucht und erreicht – stets auf der Lauer nach dem Unvorhersehbaren – die Radikalisierung des Augenblicks, und denkt – bildmächtig von kindauf – in Stimmen. Insofern ist das Radio der ideale Raum für seine unverwechselbaren AudioVisionen. Dass die Sauwaldprosa so gut wie alle literarischen Genres – Roman, Essay, Krimi, Märchen, Reportage, Stachelrede, Poly-, Dia- und Monolog, Brief, Tag- und Nachtbuch, Epigramm pp. – vereinigt, ist eine Konsequenz der Maxime: „Vielfalt statt Einfalt, bitte!“ Wem das – im Hörspiel wie im Buche – „zu viel“ ist, dem gilt Uwe Dicks Zärtlichkeit: „Jeder ist seines Glückes Hufeisen am eigenen Kopf“. Auch: „Die wenigsten kommen blöde zur Welt. Sie werdens dann nur. Aus Bequemlichkeit“.

Mit Marisa Burger, Uwe Dick, Peter Fricke, Eisi Gulp, Sophia Siebert, Hanns Zischler / Komposition: Gunnar Geisse / Regie: Michael Lentz / BR 2012 / Länge: 51’49

Interview Thom van Dooren – Flightways: Life and Loss at the edge of extinction

New Books Network Seminar

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Text by the New Books Network Seminar:
Thom van Dooren’s new book is an absolute must-read. (I was going to qualify that with a “…for anyone who…” and realized that it really needs no qualification.) Flight Ways: Life and Loss at the Edge of Extinction (Columbia University Press, 2014) is a beautifully written and evocative meditation on extinction. The book offers (and implicates us in) stories about five groups of birds – albatrosses, vultures, Little Penguins, whooping cranes, and Hawaiian crows – that build upon one another and collectively enable us to explore and re-imagine what, where, and how extinction is, and why that matters. Van Dooren emphasizes the importance of storytelling to understanding and inhabiting the world, and the book’s five “extinction stories” each bring to life the entanglements of avian, human, and other beings to ask readers to consider a series of questions that can best be explored, understood, and engaged through attentiveness to these entanglements. “What is lost,” van Dooren asks, “when a species, an evolutionary lineage, a way of life, passes from the world?” How does this loss mean, and what does it mean, within the particular multispecies community formed and shaped by that way of life? And how might storytelling, conceived as an act of witnessing, help draw us into new relationships and accountabilities within our multispecies communities? Flight Ways is deeply concerned with the ethical questions that emerge – and that must be sustained – in the course of thinking through these crucial questions, and it is committed to moving us away from a position of human exceptionalism as we work with and inside of that ethical troubling. Deeply interdisciplinary, van Dooren’s book brings together approaches in animal studies and the environmental humanities, but it speaks to and from many more fields.

Bruno Latour: Kosmokoloss. Eine Tragikomödie über das Klima und den Erdball

Hörspiel Pool – bayner 2 – 21.11.14

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Text vom Hörspiel Pool: Die Bewohner der Erde schlafen ruhig,
denn sie wissen kaum etwas über den Planeten, auf dem sie sich befinden. Sie
begreifen nicht, wie sehr das, was sie für den festen Rahmen ihrer Existenz
halten, ins Taumeln geraten ist. Sie weigern sich zu sehen, dass ihre Art, die
Erde zu bewohnen, zu einer ökologischen Krise geführt hat, die vielleicht nur
ein kleiner Teil der Menschheit überleben wird. „Kosmokoloss. Eine Tragikomödie
über das Klima und den Erdball“ thematisiert diese Kluft: die Diskrepanz
zwischen der Größe der Krise und der Fähigkeit der Menschen, sie wahrzunehmen
und zu verstehen. Die Kontroverse über den Zustand des Planeten entfaltet sich,
als die Erdbewohner aus ihren Träumen erwachen und sich auf den Weg zu einer
Baustelle machen, wo sich der Umriss einer riesigen Arche gegen den Himmel
abzeichnet: Gab es nicht schon immer feuchte Sommer und milde Winter? Oder haben
wir die Rückkoppelungsmechanismen der Erdoberfläche unwiderruflich
destabilisiert, und Gaia wird uns ertränken wie kleine Kätzchen? Wie sollen wir
mit den Monstern umgehen, die wir erschaffen haben? Warum kommt die
wissenschaftliche Debatte zu keinem Abschluss? Sollen wir auch ohne absolute
Gewissheit handeln? „Kosmokoloss“ zeigt die Welt des „Anthropozän“: eine Welt,
die von einer Spezies bewohnt und beschädigt wurde, die nun zusehen muss, wie
ihr drohendes Ende durch bunte PowerPoint-Präsentationen verkündet wird.
„Kosmokoloss“ ist das erste Theaterstück des französischen Philosophen und
Anthropologen Bruno Latour. Auf der Suche nach einer „neuen Eloquenz“ des
Politischen ist das Theater eine mögliche Form, um dem Missverhältnis zwischen
der Bedeutung der aktuellen Ereignisse und dem schmalen Repertoire der
Empfindungen und Gefühle, mit denen wir auf sie reagieren, zu begegnen. Die
französische Originalversion des Theaterstücks entstand 2011 in Zusammenarbeit
mit Frédérique Aït-Touati und Chloé Latour im Rahmen des Forschungs- und
Theaterprojekts „Gaïa Global Circus“.

Terra Preta – Schwarze Erde für eine goldene Zukunft?

radioWissen – Bayern 2 – 17.07.2014

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Text von radioWissen:
Jährlich gehen auf der Welt riesige Mengen fruchtbarer Böden durch Erosion
verloren, der verbliebene Humus wird immer schlechter. Ist eine uralte, indigene
Methode der Kompostierung die Lösung?

Die Geschichte der Müllentsorgung

17grad – 22.4.14

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Text von 17grad:
Wir schreiben das Jahr 2014 nach Christus und befürchten das Schlimmste: Zum 200. Jahrestages der Einführung der organisierten Müllentsorgung in London werden in den kommenden Monaten umtriebige Autoren, Experten, Analysten und Dokumentarfilmer mit ihren Radio-Features, Reportagen und TV-Beiträgen Unsummen an Sendezeit und Feuilletonseiten füllen und uns mit zerrütteten Nerven und leerem Kopf auf der medialen Wallstatt zurücklassen. Unser gutgemeinter Rat diesbezüglich: Hören Sie JETZT gut zu und schalten Sie danach einfach ab.

Das Anthropozän – Zeitalter des Menschen

radioWissen – Bayern 2 – 6.3.14

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Text von radioWissen:
Der Einfluss des Menschen auf den Planeten ist größer, als man gemeinhin denkt. Eine ausgleichende Natur gibt es nicht mehr. Warum also nicht gleich das gegenwärtige Erdzeitalter nach dem Menschen benennen?

Wem gehört die Natur? – Konflikte in Wald und Flur

Notizbuch – Nah dran – Bayern 2 – 6.3.14

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Text vom Notizbuch:
Oasen der Wildnis werden im dicht besiedelten Bayern immer seltener. Und dort, wo die scheinbaren Freiräume liegen, geraten auch immer mehr Interessen aneinander. Oft zeigt sich an an sich eher nebensächlichen Konfliktherden ein großer Trend: seit zwei Jahren streiten Skitourengeher, der Deutsche Alpenverein und Seilbahnunternehmen darüber, ob Tourengeher die Skipisten für ihren Sport benutzen dürfen. Die Natur gehört ja eigentlich niemandem oder andersrum: allen, denkt man.

TTIP – Transatlantisches Freihandelsabkommen

radioWissen – Bayern 2 – 14.2.14

Transatlantisches Freihandelsabkommen – Gewinner und Verlierer

Text von radioWissen:
Das transatlantische Freihandelsabkommen ist wirtschaftsfreundlich. Aber die Kritik: Geheimverhandlungen, Entmachtung nationaler Gerichte, Verschlechterung des Verbraucherschutzes.

Die Welthandelsorganisation WTO – Ein unkontrollierbarer Gigant?

Text von radioWissen:
Die Welthandelsorganisation ist neben dem IWF und der Weltbank die wichtigste Institution, um internationale Wirtschaftsbeziehungen zu regeln. Gegründet wurde die WTO 1994, ihren Sitz hat sie in Genf.

Die Gefahren des transatlantischen Freihandelsabkommens zwischen EU und USA

Widerhall – Radio Corax Halle – 4.2.14

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Text von Radio Blau:
In den nächsten Wochen werden die Gespräche zum Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA wieder aufgenommen.Es klingt verlockend. Vorallem in Zeiten wie diesen. Hunderttausend neue Arbeitsplätze, grenzenloses Wirtschaftswachstum, mehr Gehalt für alle. Das alles soll durch das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA realisiert werden. Dieses Abkommen soll die EU und die USA zu einem Wirtschaftsraum verschmelzen, in dem Standards und Schutzregeln angeglichen werden. Das könnte sinnvoll sein,aber auch neagtive Auswirkungen für uns Bürger und Bürgerinnen haben. Die Verhandlungen zur Freihandelszone finden hinter verschlossenen Türen statt. Nur wenige Informationen und Details sind überhaupt an die Öffentlichkeit gekommen. Ein Grund mehr die ganze Sache kritischer zu beleuchten. Und das haben wir auch getan und zwar mit Alessa Hartmann.Sie arbeitet als Referentin für internationale Handelspolitik beim Forum Umwelt und Entwicklung und koordiniert das zivilgesellschaftliche Bündnis TTIPunfairHandelbar.

Honig und Gentechnik: Parlament und Kommission gegen Europäischen Gerichtshof

Radio Dreyeckland Freiburg

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Text von Dreyeckland:
Letzte Woche hat das Europaparlament gegen die Kennzeichnungspflicht von genverändertem Pollen im Honig abgestimmt. Aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs von 2011 musste die Honigrichtlinie überarbeitet werden und Honig, das genveränderten Pollen enthält, sollte wie bei anderen Lebensmitteln üblich, gekennzeichnet werden. Der grüne Europa-Abgeordnete Martin Häusling spricht im Interview über die Honigrichtlinie und darüber, was er und seine Fraktion von dieser Entscheidung des Europaparlaments halten.

NOlympia 2022

Zündfunk Interview – Bayern 2 – 8.10.13

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Text vom Zündfunk:
Am 10. November sollen die Bürger darüber abstimmen, ob München wieder als Olympiabewerber 2022 ins Rennen geht. Da die Bürger mit den Wahlunterlagen nur Pro-Argumente serviert bekommen, lassen wir die Gegner zu Wort kommen: Professor Dominik Siegrist, Präsident der internationalen Alpenschutzkommission und Christian Hierneisen vom Bündnis Nolympia.

Longo Mai Ausstellung: Die Utopie der Widerspenstigen

Radio Dreyeckland Freiburg – 28.10.13

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Text von Radio Dreyeckland:
Im Rahmen der Ausstellung „Die Utopie der Widerspenstigen“ über die 40 Jährige Geschichte von Longo Mai diskutieren am 29. Oktober die Philosophen Stefan Brodbeck und Hans Saner über die Frage «Ist Utopie eine Laune oder eine Notwendigkeit?» mit Hannes Reiser von Longo maï und dem Publikum. Leitung: Nadine Reinert. Im Vorfeld haben wir uns mit dem Büro von Longo Mai in Basel unterhalten.

Lesung: „Ein Manifest für Cyborgs“ von Donna Haraway

Freies Senderkombinat Hamburg (FSK) – 25.9.13

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Skript vom FSK:
„Ein Manifest für Cyborgs“ von Donna Haraway : Feminismus im Streit mit den Technowissenschaften
Vom FSK-Büro aus schauen wir auf eine von der Re(h)tro-Radiogruppe mit Auszügen aus dem „Manifest für Cyborgs“ bemalte Wand. Zwischen den Sendungen wundern wir uns regelmäßig, warum nur so wenige feministische Debatten hier und heute auf dem Stand dieses Aufsatzes von 1985 sind. Daraus entwickelte sich die Idee, den mittlerweile klassischen, post-kolonialistischen, ironischen, feministischen Mythos als deutsche Audioversion für FSK zu produzieren. Die knapp dreistündige Lesung erfolgt mit der freundlichen Genehmigung der Autorin und des Verlages. Ihr hört die deutsche Übersetzung von Fred Wolf, die sich z.B. in dem Sammelband: Donna Haraway: „Die Neuerfindung der Natur: Primaten, Cyborgs und Frauen“, 1995 im Campus Verlag erschienen, findet. Zunächst herausgebracht unter dem Titel: „A Cyborg Manifesto – Science, Technology, and Socialist-Feminism in the Late Twentieth Century“ in Socialist Review 80, 1985. Aktueller denn je scheint beispielsweise Haraways Forderung,Dämonisierung von Technologie zurückzuweisen, diese und ihre Folgen aber nicht als Schicksal hinzunehmen, sondern kenntnisreich zu gestalen:
„Sowohl Schimpansen, als auch Artefakte machen Politik, warum sollten gerade wir darauf verzichten?“ (ebd. S. 18)
Haraways, wie sie es selbst nennt, ironische, blasphemische Treue für Feminismus und Sozialismus, ihre internationale Weitsicht und umfassende Kenntnis interdisziplinärer Theorien berührt uns durch ihre tief-ernste Parteinahme für Cyborgs. Mit all seinen enttarnten Ecken, durch die der Fließtext entlang der Fliehkraft hindurch läuft, ist uns das Cyborg-Manifest ein umständlich-freudvolles Lesevergnügen. Obwohl wir uns auf Affinität statt Identität freuen und auch eine Gemeinschaft ohne Totalität gerne anstreben würden, ist uns nicht selten bei der Besichtigung der altbekannten Orte der Biopolarität und Dichotomie und des Dualismus selbst die Dialektik abhanden gekommen.
Schaut gerne in das FSK-Programmheft transmitter nach der begleitenden Diskussionssendung, in der wir uns immer weiter in den Text verstricken werden.
Wer diesen Text gedruckt nachlesen möchte, sei auf die genutzte Ausgabe verwiesen: http://www.campus.de/buecher/wissenschaf… , eine Fassung in englischer Sprache befindet sich frei im Netz http://www.egs.edu/faculty/donna-haraway…

Milchviehhaltung

Radio Blau Leipzig – 21.9.13

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Text von Radio Blau:
interview mit andrè gammerschlag von den tierberfreiern anläßlich des „schulmilchtages“ zu den haltebedingungen in der milchindustrie. nur 2-5% der kühe stehen auf der weide; der rest fristet sein gesamtes leben im stall. kühe werden künstlich dauerschwanger gehalten, damit sie milch geben. kälber werden ihnen dann sofort weggenommen und zur fleischverwertung gemästet. viehhaltung ist laut FAO eine der größten umweltproblematiken…

Es geschah im Isartal … – Geschichte von Naturschützern und Modernisierern

Bayerisches Feuilleton – Bayern 2 – 10.8.2013

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Text vom Feuilleton:
Marita Krauss schildert einen über 100 Jahre alten erbitterten Streit zwischen Naturschützern und Modernisierern um die „weiße Kohle“, in dem die Naturschützer nachträglich Recht bekommen haben.

Grundrechte für Tiere? – Auf dem Weg zu einer animalischen Ethik

radioWissen

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Text von radioWissen:
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“, heißt es im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Ist der Mensch das einzige Lebewesen, das für sich in Anspruch nehmen darf, über bestimmte unveräußerliche Rechte zu verfügen?

Bienensterben stoppen?!

Stoffwechsel – Radio Z Nürnberg – 5.2.12

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Text vom Stoffwechsel:
Das fortdauernde Sterben von Bienenvölkern kann in Zukunft landwirtschaftliche Nahrungsmittelerträge gefährden. Wir fragten beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland nach den Ursachen und was Ihr gegen das Bienensterben unternehmen könnt.

Siehe auch den älteren Beitrag: Das stille Sterben – moderne Landwirtschaft bedroht die Bienen

Es geschah in den Lechauen – Vom Wildfluss zum Energielieferanten

Bayerisches Feuilleton – Bayern 2 – 2.2.12

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Text vom Feuilleton:
Der Lech, ein Wildfluss, bewegte sich einmal in einem breiten Flussbett voller Wasserrinnen und Kiesbänke, durch enge Schluchten, weite Heidelandschaften und Auwälder. Er prägte eine der schönsten Landschaften des Voralpenlandes. Bereits im 19. Jahrhundert begann man ihn zu begradigen, Ufer zu befestigen, Moore trockenzulegen, um Überschwemmungen zu verhindern und Ackerland zu gewinnen. Doch dann grub sich der Fluss immer tiefer in sein Bett. Querverbauungen nützten nicht viel. Die Anrainergemeinden waren vom ersten Wasserkraftwerk in Gersthofen begeistert, brachte es doch die ersehnte Elektrifizierung – und Arbeitsplätze, denn es wurde gleich auch eine Chemiefabrik dazu gebaut. Noch bis in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts konnte der Lech dennoch seinen Charakter weitgehend bewahren, obwohl es immer wieder groß dimensionierte Pläne gab, den Fluss umfassend zu nutzen, wenn möglich gleich in einem Kanalsystem verbunden mit Walchensee, Ammersee und Wertach. Mit einem Höhenunterschied von über 1400 Metern von der Quelle zur Mündung schien er den Elektrifzierern prädestiniert als Stromlieferant. Doch die Skeptiker in den Behörden blieben zurückhaltend. Das änderte sich, als der Staat selber zum Energieunternehmer wurde und als vor der Energienot der Nachkriegszeit auch die Naturschützer kapitulierten. Inzwischen ist der einstige wilde Lech eine Seenkette, der ehemals „schnell Fließende“ ist mit 24 Staustufen der am stärksten verbaute Fluss Bayern. Dagegen gab es heftige Proteste. Im Zeichen neuer Begehrlichkeiten der Energiewende flammen sie wieder auf.

Alcatraz – im Herzen Italiens

Breitengrad – Bayern 2 – 8.9.12

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Text von Breitengrad: 440 Hektar groß ist die ungewöhnlichste Insel Italiens: eine grüne Oase, die Jacopo Fo, der Sohn des Nobelpreisträgers Dario, in Umbrien geschaffen hat. Er nennt sie „Libera Università di Alcatraz“ – kein Gefängnis, sondern ein Mittelding zwischen Utopia, Ökoreservoir und italienischer Lebenslust. Ungewöhnliche und sehr sinnvolle Regeln gelten hier: Gutes Benehmen steht an erster Stelle. „Gewalt ist sinnlos und auch noch unangenehm“, heißt es in den Statuten von Alcatraz. „Spaghetti sind gut, können aber verbessert werden“. „Auch Ameisen haben ihre Rechte“. Und: „Stürzen wir uns in kleine Kämpfe, die wir schnell gewinnen. Die leichten Siege sind die besten.“ In Alcatraz kann man alternative Ferien machen, ins Theater gehen, durch die Wälder streifen und vor allem hervorragend essen. Und das alles mit einem wohltuenden Schuss Anarchie




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