Bolivien – Fairer Lohn für Kinderarbeit

Globus – Deutschlandradio – 12.6.12

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Text von Globus: In Bolivien gibt es Kinder, die arbeiten wollen – sie kämpfen für faire Arbeitsbedingungen. In der bolivianischen Silberminenstadt Potosí arbeitet die 15-jährige Cristina auf dem Friedhof. Sie pflegt Gräber, schickt gute Wünsche ins Jenseits. 70 Cent kostet die Rundumversorgung eines Grabes bei Cristina – an guten Tagen kommt sie auf eine Tageslohn von fünf Euro. An schlechten Tagen verdient sie weniger. Wenn sie nicht arbeitet, geht sie in die Schule – meist am Nachmittag. Sie sagt: „Wir arbeiten, weil wir müssen. Manche haben keine Eltern mehr, andere brauchen das Geld für die Schule, weil sie aus armen Familien kommen. Ich zum Beispiel brauche es auch für die Schule und für Essen, weil meine Mutter vor ein paar Jahren gestorben ist.“
Ein Recht auf Kinderarbeit – 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Bolivien arbeiten. Erlaubt ist das erst ab 14. Weil viele Kinderarbeiter sich in einer rechtlichen Grauzone bewegen, werden sie oft ausgenutzt. Damit sich das ändert haben Kinderarbeiter die Gewerkschaft UNATSBO gegründet. Alleine in Potosí sind rund 850 von 8000 Kinderarbeitern in der Gewerkschaft vertreten.
Würdige Arbeitsbedingungen – Sie kämpfen für ein Kinderrecht auf Arbeit, für schulkompatible Arbeitszeiten, faire Arbeitsbedingungen und eine Krankenversicherung. Sie wünschen sich eine würdige Kinderarbeit – zumindest so lange ihre Eltern sie nicht unterstützen, weil sie keine Arbeit haben. Die Zustimmung der bolivianischen Regierung gewinnen sie allmählich. Kinderrechtsorganisationen wie Unicef unterstützen die Anliegen der Kinder allerdings nicht. Für sie gilt: Die Eltern sollten für die Kinder sorgen.





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