Archiv für Dezember 2011

Die Tagebücher des Erich Mühsam – Lesung und Biographisches

Freies Sender Kombinat Hamburg – 24.12.2011

Link zu Teil 1 und Teil 2

Beschreibung von FSK: 15 Jahre lang, von 1910 bis 1924, hat Erich Mühsam, der berühmteste deutsche Anarchist, sein Leben festgehalten: ausführlich, stilistisch pointiert, schonungslos auch sich selbst gegenüber und niemals langweilig. Was diese Tagebücher so fesselnd macht, ist der wache Blick des Weltveränderers. Mühsam wollte Anarchie praktisch ausprobieren. Anarchie hieß für ihn: Leben ohne moralische Scheuklappen, ohne Rücksicht auf Konventionen – und er bewies, dass es geht. Auch das Schreiben ist Aktion, in allen Sätzen schwingt die Erwartung des Umbruchs mit, den er tatsächlich mit herbeiführt: Die Münchner Räterevolution ist auch die seine, und die Rache der bayerischen Justiz trifft ihn hart. Mühsams Tagebücher sind ein Jahrhundertwerk, das es noch zu entdecken gilt, sie erscheinen in 15 Bänden – und zugleich als Online-Edition. Die von Chris Hirte und Conrad Piens gewissenhaft edierten Textbände werden im Internet unter www.muehsam-tagebuecher.de veröffentlicht, begleitet von einem Anmerkungsapparat mit kommentiertem Namenregister, Sacherklärungen, ergänzenden Materialien, Suchfunktionen – es entsteht eine historisch-kritische Ausgabe.
In dem ersten Band geht es vor allem um Mühsams zentrale Rolle in der Münchener Boheme. Erich Mühsam, geboren am 6. April 1878 in Berlin, war ein Dichter und politischer Publizist. Er war maßgeblich an der Ausrufung der Münchner Räterepublik beteiligt, wofür er zu 15 Jahren Festungshaft verurteilt wurde. 1933 wurde er verhaftet und am 10. Juli 1934 im KZ Oranienburg von der SS-Wachmannschaft ermordet.
Chris Hirte war Mitherausgeber der Erich-Mühsam-Werkausgabe beim Verlag Volk und Welt (1978-1985). Seine Mühsam-Biographie erschien 1985 im Verlag Neues Leben. 1994 veröffentlichte er bei dtv München eine Auswahl aus den Tagebüchern. Seit 2009 arbeitet er gemeinsam mit Conrad Piens an der Gesamtausgabe der Tagebücher.

Arbeit! Arbeit! Arbeit? – Über Faulheit, Trägheit und Muße

RadioWissen – Bayern 2 – 26.11.2011

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Beschreibung von RadioWissen: In der Antike galt Muße, der positive Begriff für Faulheit, als erstrebenswertes Ideal. Im Christentum jedoch gehört „Acedia“ zu den sieben Hauptlastern. Man verstand darunter Trägheit des Herzens, Trübung des Willens, Verfinsterung des Gemüts und Verlust der Tatkraft.

Der gesellschaftliche Zwang zur Körperreinigung – Hygiene-Vorstellungen im Wandel der Zeit

Raumfahrtwoche – Radio F.R.E.I. Erfurt – 15.12.2011

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Beschreibung Raumfahrtwoche: Hygiene und Hygieneansprüche werden massiv durch gesellschaftliche Zwänge bestimmt. Doch woher kommt das Bedürfnis des modernen Menschen zur Körperpflege und wohin entwickelt es sich? Was hat Arbeitsfähigkeit mit Sauberkeit zu tun und wie geht das eigentlich mit dem Kacken im Weltall?
Radio F.R.E.I. sprach mit der Kulturwissenschaftlerin Friederike Günther über Vergangheit udn Zukunft der menschlichen Sauberkeit

Nicht nur Bleiben – auch Mitgestalten! Jugendkonferenz zur IMK

Fokus Südwest – Radio Dreyeckland – 08.12.2011

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Beschreibung bei Freie Radios: Am 7. 12. waren wir in Wiesbaden bei der Bleiberechtsdemo anlässlich der Innenministerkonferenz, die noch bis zum 9.12. in Wiesbaden stattfindet. Die Bleiberechtsdemo wurde von der Organisation „Jugendliche ohne Grenzen“ zusammen mit der „alle bleiben“-Kampagne (der Roma )organisiert. Die Demo und die Konferenz der Jugendlichen ohne Grenzen ,die parallel zur IMK stattfindet, steht unter dem Motto „I love Bleiberecht!“und „Wir sind gekommen um zu bleiben und mitzugestalten!“.

Landpartie: Panzerfaust und Gänseblümchen – Vom Leben mit der Army in Grafenwöhr

Zündfunk Langstrecke – Bayern 2 – 27.11.2010

Link

Beschreibung von der Langstrecke: Artilleriefeuer, Düsenjets, Bombardements: Eine gewaltige Lärmkulisse liegt über der weiten Landschaft. Das klingt nach Afghanistan, findet aber mitten in der Oberpfalz statt. Der Truppenübungsplatz von Grafenwöhr ist der größte und wichtigste in Europa. Der Zündfunk war unterwegs in Grafenwöhr und Umgebung und hat sich umgehört, wie die Menschen hier leben.

Wohnungsleerstände melden – Interview mit Krystina vom Leerstandsmelder

Radio F.R.E.I. Erfurt – 06.12.2011

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Beschreibung Wer eine leere Wohnung sucht, findet dafür zahlreiche Portale im Internet. Eine ganz besondere Internetseite ist leerstandsmelder.de. Allerdings findet man dort keine Mietwohnungen, dennoch sind dort leere Wohnungen, Häuser und Gewerbeflächen eingetragen. Radio F.R.E.I. sprach mit Krystina, die am Aufbau des Leerstandsmelders beteiligt war über die Hintergründe des Portals. Mehr Informationen: www.leerstandsmelder.de

Der erste Widerstand gegen den Faschismus – die Arditi del Popolo

Focus Europa – Radio Dreyeckland – 03.12.2011

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Kurzbeschreibung von Focus Europa:
Schon 1921 formierte sich in Italien eine Widerstandsorganisation gegen den Faschismus: Die Arditi del Popolo, was sich sinngemäß als „proletarische Kampfgruppen“ übersetzen lässt. Ihr wirksamer Widerstand zerbrach nicht zuletzt an der Abkehr der potentiellen kommunistischen und sozialistischen Bündnispartner, später wurden sie annähernd vergessen.
Andrea Staid, Autor eines Buches über die Arditi del Popolo, erklärt zuerst, wie sich diese Organisation definieren lässt.

Wenn minderjährige Flüchtlinge allein nach Deutschland kommen

Notizbuch – Bayern 2 – 04.05.2011

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Beschreibung vom Notizbuch: Über 400 minderjährige Flüchtlinge kamen 2010 in die bayerische Landeshauptstadt. Untergebracht werden die Neuankömmlinge in einer speziell für sie angemieteten Unterkunft, dem Hotel Eisenreich. Dort werden sie betreut und ausgebildet. Elke Schmidhuber berichtet über die Situation der jugendlichen Flüchtlinge und die Bemühungen der bayerischen Kommunen, ihnen zu helfen.

Gut geerdet – Wenn Genossenschaften in die Energieversorgung einsteigen

Notizbuch – Bayern 2 – 09.11.2011

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Beschreibung vom Notizbuch: Jahrzehntelang war der Markt für Strom und Gas fest in den Händen einiger weniger Versorger: überregionale Großkonzerne einerseits, kommunale Stadtwerke andererseits. Die Liberalisierung der Energiemärkte hat neuen Anbietern die Tür geöffnet – darunter auch etlichen, denen es um mehr geht als nur ums Geschäft. Energiegenossenschaften schießen wie Pilze aus dem Boden – auch in Bayern. Bei manchen steht die Selbstversorgung einer Gemeinde im Vordergrund, andere wollen die Energiewende aktiv voranbringen, wieder anderen geht es vorrangig darum, die Großen beim Preis zu unterbieten.

Wagenplatz Zomia goes überall – Allen gehts nur um Politik

Nachmittagsmagazin für subversive Unternehmungen – Freies Sender Kombinat Hamburg – 03.12.2011

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Kurzbeschreibung: Zum Stand im Umzug des Wagenplatzes Zomia und zur politischen Bewertung im Gespräch mit dem Nachmittagsmagazin.

Ausgeschlossen eingeschlossen – Roma in Deutschland

Zündfunk Generator – Bayern 2 – 04.12.2011

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Beschreibung vom Zündfunk Generator: Wer sind die Roma? Warum scheinen sie in Europa einfach nicht anzukommen? Und ist in der unbekannten Geschichte der Roma ein Happy End vorgesehen? Ein Generator auf Spurensuche. Nach über 600 Jahren in Europa hat sich die Lage der Roma keinen Deut gebessert, im Gegenteil. Mit der EU-Osterweiterung begann eine neue Welle der Roma-Verfolgung. In Osteuropa und auf dem Balkan haben sich verheerende Slums gebildet, es kommt immer wieder zu Progromen. In Deutschland stehen weitere Tausende vor der Abschiebung in den Kosovo und andere Länder, wo sie kaum Chancen haben, dem Teufelskreislauf der Armut zu entkommen. Wer sind die Roma überhaupt? Warum scheinen sie in Europa einfach nicht anzukommen? Und ist in der unbekannten Geschichte der Roma ein Happy End vorgesehen? Ein Generator auf Spurensuche mit u.a. Klaus-Michael Bogdal (Autor von ‚Europa erfindet die Zigeuner‘), Hamze Bytyci (Amaro Drom Berlin) und Markus End (Antiziganismusforscher an der TU Berlin)

Zurück in die Zukunft – Strategien der Muße

radio Thema – Bayern 2 – 11.11.11

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Beschreibung von radio Thema: Wir sind zu schnell. Zu schnell zum Leben. Die Diagnose gibt es schon seit Jahren. Aber wir rennen immer schneller, um unserer eigenen Geschwindigkeit zu entkommen. Dabei haben wir verlernt, wie produktiv auch Muße sein kann.

„Don´t look back in anger“ – Linke Geschichtsschreibung

Arranca – Radio Corax Halle – 13.11.2011 – 56:53

Hier abhörbar

Skript von Arranca: Was uns vor der Ausgabe umgetrieben hat, hat mit einer vagen Ahnung angefangen. Mit der vagen Ahnung, dass ein Generationenknick jedes Mal neu für ein Abreißen von Tradierung linker Erfahrung und Wissen sorgt. Dann nämlich, wenn es die meistens Anfang Dreißigjährigen wieder aus der Bewegungslinken heraus katapultiert und die Linke eine relativ homogene Menge von Leuten in den Zwanzigern bleibt. Ein Austausch über die Generationen hinweg findet kaum statt, Erfahrungen müssen immer neu erarbeitet werden und dabei alte Fehler im schlechtesten Fall immer wieder neu aufgelegt.

„Insgesamt ist wenig Reflexion über die Notwendigkeit von Geschichtsschreibung herausgekommen.“ Das mussten wir im Editorial zur aktuellen Nummer feststellen. Vielleicht funktioniert´s besser mit Mikro statt Stift, sagen wir also zuversichtlich und laden uns deswegen kompetente Gesprächspartner_innen ins Studio ein, um mit ihnen über viele Fragen zu sprechen: Über die Notwendigkeit von Geschichtsschreibung linker Politik, über die „Heimatlosigkeit“ einer radikalen Linken, die auf jeden Fall so tut, als bewege sie sich in einem geschichtslosen Raum. Vielleicht weil unsere Eltern und Großeltern für gewöhnlich eher Nazis waren als Widerstandskämpfer_innen? Und weil es mit dem Nationalsozialismus starke und wichtige linke Traditionen wie die Arbeiter_innenbewegung zerschlagen hat? Und schließlich – wer von den in der BRD Aufgewachsenen ist schon in einer kommunistisch geprägten Familie groß geworden? Und was bedeutet die Erfahrung (und das Scheitern) des real existierenden Sozialismus eigentlich für uns als Linke? Welche Bedeutung kriegt `89, wenn wir nach der Geschichte linker Bewegungspolitik in Deutschland fragen? Welche Rolle spielt die Geschichte der radikalen Linken in der DDR?

Ein Haufen dumpfer Gefühle und eine Menge Fragen also. In dieses Gewirr können wir in dieser Sendung hoffentlich ein wenig Licht bringen – und nicht zuletzt vielleicht eine Antwort auf eine Frage finden, die man kurz und mit etwas Pathos so formulieren kann: Wären wir erfolgreicher, wenn wir die Erfahrungen aus den Kämpfen von gestern mit ins Heute und Morgen nehmen würden?




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